Seit sich in meinem Umfeld herumgesprochen hat, dass ich Ruedi online kennengelernt habe, klingelt mein Telefon öfter. Meistens ist es eine Freundin oder eine Kollegin, manchmal auch ein Bekannter, und fast immer beginnt das Gespräch mit dem gleichen Satz: «Du, ich hätte da mal eine Frage, aber erzähl es nicht weiter.» Die Fragen ähneln sich so sehr, dass ich sie hier gesammelt beantworte.
Mit 40 steckt man oft mitten in allem. Kinder im Haus, Beruf mit Verantwortung, vielleicht eine Trennung, die noch nicht ganz verdaut ist. Die Zeit ist knapp, aber der Wunsch nach einem Gegenüber ist da. Mit 50 hat sich vieles beruhigt: Die Kinder sind gross oder fast, der Alltag gehört wieder etwas mehr einem selbst, und die Frage lautet nicht mehr «Wann soll ich das noch machen?», sondern «Wer passt zu dem Leben, das ich jetzt führe?».
Das klingt nach Kleinigkeiten, macht aber bei der Wahl der Plattform einen grossen Unterschied. Eine Seite, auf der vor allem Dreissigjährige Familien planen, wird dir mit 52 wenig bringen. Und eine Seite, auf der alle schon pensioniert sind, passt nicht, wenn du noch jeden Morgen um sieben im Büro sitzt.
Hier empfehle ich zuerst Verliebt ab 40. Die Seite ist genau auf diese Lebensphase zugeschnitten, und niemand muss sich erklären, wenn der Kalender voll ist. Fast genauso gut passt be2, das eine breitere Altersspanne hat. Wenn du nicht genau weisst, ob du lieber Gleichaltrige oder etwas Jüngere bzw. Ältere kennenlernen möchtest, ist be2 die offenere Wahl.
Ab fünfzig ist Zusammen.ch meine erste Empfehlung. Die Mitglieder sind in deinem Alter, der Ton ist warm, und die Videoanrufe nehmen gerade Menschen, die mit dem Internet weniger vertraut sind, die Hemmung. be2 bleibt auch hier eine sehr gute Alternative.
Auch das ist völlig in Ordnung. Nach einer langen Ehe brauchen manche erst einmal Leichtigkeit. Dafür ist C-Date die passende Adresse, mit viel Diskretion. Ich habe darüber einen eigenen Bericht zu C-Date geschrieben.
Eine der häufigsten Fragen lautet: «Soll ich mich nicht einfach überall anmelden, dann habe ich mehr Chancen?» Meine Antwort ist nein. Die grossen Partnervermittlungen für die Schweiz, die ich getestet habe, greifen zum Teil auf die gleichen Mitglieder zurück. Du würdest also doppelt bezahlen und teilweise die gleichen Menschen vorgeschlagen bekommen. Besser: Eine Seite aussuchen, die zu dir passt, und dort dein Profil richtig gut machen.
Das Profil ist deine Visitenkarte, und gerade ab 40 lohnt es sich, ein bisschen Mühe hinein zu stecken. Ein paar Dinge, die ich gelernt habe:
Ich habe mein Profil dreimal umgeschrieben. Die dritte Version war die kürzeste, und auf sie kamen die besten Antworten.
Für das erste Treffen empfehle ich einen Ort, an dem man sich wohlfühlt und den man jederzeit verlassen kann: ein Café, ein Spaziergang, eine Ausstellung. Kein Abendessen mit vier Gängen. Wenn ihr in verschiedenen Kantonen wohnt, sucht euch einen Treffpunkt in der Mitte, der mit dem Zug gut erreichbar ist. Mit dem Online-Fahrplan der SBB ist das schnell gefunden, und niemand muss sich nach dem Treffen ins Auto setzen, wenn es ein Glas Wein mehr geworden ist.
Rechne nicht damit, dass beim ersten Treffen die Funken sprühen. Bei Ruedi und mir war es eher ein vorsichtiges Abtasten, mit viel Gerede über das Wetter und die Zugverbindungen. Erst beim zweiten Treffen haben wir richtig gelacht. Gib einem netten Menschen also ruhig eine zweite Chance, wenn das Gefühl stimmt, auch wenn der Blitz ausgeblieben ist.
Sag jemandem, wo du bist. Das ist nicht übertrieben, sondern vernünftig. Meine Tochter Nina hat bei jedem meiner Treffen eine kurze Nachricht bekommen: wo, mit wem, bis wann. Sie fand das am Anfang lustig und später, glaube ich, ziemlich beruhigend.
Online-Dating ist kein Versandhandel, bei dem man nach drei Tagen das passende Paket erhält. Bei mir hat es knapp vier Monate gedauert, bei Freundinnen manchmal länger, bei einer nur drei Wochen. Was alle gemeinsam haben, die erfolgreich waren: Sie sind sich selbst treu geblieben und haben sich nicht verbogen, um möglichst vielen zu gefallen.
Dass das Kennenlernen übers Internet längst normal ist, zeigt auch ein Blick in den Artikel zum Online-Dating auf Wikipedia, der die Entwicklung der letzten Jahrzehnte gut zusammenfasst. Und falls du jetzt denkst, du seist zu alt dafür: Die älteste Frau in meinem Bekanntenkreis, die online jemanden gefunden hat, war 71. Sie hat mir gesagt, sie hätte schon viel früher anfangen sollen.
Die vollständige Rangliste mit allen sieben Plattformen findest du auf der Startseite.
Ich bin Monika aus Schaffhausen und habe die grossen Partnerbörsen selbst ausprobiert. Mehr über mich